II.2.1.4
Reports of Explorations and Surveys, to accertain the most practicable and economical Route for a Railroad from the Mississippi River to the Pacific Ocean.- Washington: A.O.P. Nicholson, Printer. 1856.

Pueblo de Zuni

Der Whipple-Report

    Die amerikanische Regierung rüstete verschiedene Expeditionen aus, welche auf 4 Routen mögliche Eisenbahntrassen zur Westküste finden sollten. Die Expedition, der sich Möllhausen anschloß, startete am 15. Juli 1853 in Fort Smith am Arkansas und sollte dem 35.Grad nördlicher Breite folgen. Leiter der Expedition war Leutnant Amiel Weeks Whipple vom Ingenieur–Corps der Armee. Nach großen Strapazen erreichte die Expedition am 21. März 1854 Pueblo de los Angeles, das heutige Los Angeles.

    Der offizielle Expeditionsbericht, der sogenannte Whipple–Report, besteht aus vier Teilen.
    Im ersten Teil, dem Bericht über die Reise, gibt es 10 Farbtafeln, von denen 5 eindeutig Möllhausen zugeschrieben werden können.

Ähnliche Bilder:

    I.2.a.30
    © Stiftung Preussische Schlösser und Gärten

    Zuni. Pueblo-Stadt in Neu Mexico

Ähnliche Bilder:

    I.2.a.31
    © Stiftung Preussische Schlösser und Gärten

    Zuni. Neu Mexico

Ähnliche Bilder:

    I.4.b.22
    © Stiftung Preußischer Kulturbesitz
    Ethnologisches Museum Berlin-Dahlem

    Die Terrassenstadt Zuni

Ähnliche Bilder:

    I.5.a.2
    © Familie Möllhausen

    Zuni

Ähnliche Bilder:

    II.1.1.7
    Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee

    Zuni

Texte:

    Tagebuch einer Reise vom Mississippi nach den Küsten der Südsee.- Leipzig: Hermann Mendelsohn. 1858.
    Seiten 282-285


    ... Am Zuñi-Flusse, der sein Wasser dem Colorado Chiquito zuführt, erhebt sich auf einer kleinen Anhöhe Pueblo de Zuni , die Indianerstadt. Aehnlich wie Santo Domingo ist Zuñi terrassenförmig gebaut, so dass 3 bis 7 Stockwerke übereinander liegen. Das obere ist jedesmal kleiner als das, auf welchem es sich erhebt, wodurch jede Wohnung einen Vorhof oder eine Gallerie erhält. Die Strassen zwischen den Häusern sind eng und zuweilen durch Ueberbauung der oberen Stockwerke ganz verdeckt.
    [...]
    Bei den Zuñi-Indianern tritt die Hinneigung zur Civilisation noch mehr hervor als in irgend einer anderen Pueblo. Sie treiben Schafzucht, halten sich Pferde und Esel und beschäftigen sich in ausgedehnterem Massstabe mit Ackerbau. Als unsere Expedition dort vorbeizog, waren freilich die Ernten schon längst beendigt, doch erblickten wir überall auf der Ebene Felder, wo die Stoppeln von Weizen, Mais, Kürbissen und Melonen von dem Fleisse der Indianer zeugten. Ausser diesen Feldfrüchten ziehen sie in ihren Gärten auch Zwiebeln, Bohnen, und spanischen Pfeffer, und besonders letzterer war in grossen Massen guirlandenweise an den Aussenwänden der Häuser zum Trocknen aufgehängt. Doch nicht nur Ackerbau und Viehzucht ist es, womit die Zuñis umzugehen wissen, sondern die Weiber derselben sind auch geschickte Weberinnen und verfertigen, wie die Navahoes, dauerhafte Decken. Das Zerreiben des Getreides zu Mehl ist ebenfalls Arbeit der Weiber und geschieht, indem die Arbeiterin mit einem Steine auf einem anderen schräg stehenden die Körner zermalmt. Auch eine Schmiede befindet sich in der Stadt, in welcher Indianer Hammer und Zange regieren.
    Einen interessanten Anblick gewährt diese Pueblo in der Nähe mit ihren Terrassen, den hohen Strassen, den zahlreichen Leitern, den mancherlei Gestalten, die emsig auf denselben umherklettern, und den auf den Mauern umhersitzenden gezähmten Truthühnern und Adlern. Hat man die Stadt aber verlassen und schaut nach derselben zurück, dann ist es ein schönes Bild, welches am südlichen Ende der Ebene ausgebreitet liegt, und vor welchem man gern etwas länger verweilt, um die einzelnen Punkte dem Gedächtnisse fester einzuprägen. Die imposanten Felsenmassen, die fernen blauen Gebirge, die alterthümliche Stadt und vor derselben die Fläche, zu der Zeit entblöst vom reichen Ertrage, die in weitem Kreise zerstreut umherliegenden einsamen Wartthürme, alles diese nahm sich so malerisch aus und passte so genau zu einander, dass mir die Aussicht, welche ich ½ Meile nördlich von der Stadt zurückblickend genoss, ewig unvergesslich bleiben wird. ...
Fenster schließen