I.2.a.29

Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Inscription Rock
Neu Mexico


Aquarell, weiß gehöht
26,2 x 44 cm
bez.u.l. Möllhausen
Aquarellsammlung 2199

Die Bilder der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg:

    Den größten Teil der ihm nach der 2.Reise verbliebenen Aquarelle, darunter die Vorlagen für die Illustrationen im Tagebuch, übergab Möllhausen 1856 bei Audienzen in drei Mappen an König Friedrich Wilhelm IV.
    In einem Brief vom 18.2.1904 an das Königliche Kupferstichkabinett schrieb Möllhausen:
    ... Vor einem halben Jahrhundert hatte ich den Vorzug, dem Könige in kurzen Zeitabständen drei Mappen mit fünfzig Aquarellen überreichen zu dürfen, die sich auf meine beiden ersten Weltfahrten bezogen. Dieselben enthielten zugleich die Originale der Illustrationen, die ich der Prachtausgabe meines Erstlingswerkes einverleibte ...

    Die Bilder waren zunächst verschollen. Noch in der 1981 erschienenen Neuausgabe seines Buchs (Catlin und Möllhausen. Zwei Interpreten der Indianer und des Alten Westens. Berlin, Dietrich Reimer Verlag, 1963) erklärte Horst Hartmann, Direktor des Berliner Völkerkundemuseums:
    ... Wo die dem König von Preußen vermachten Stücke geblieben sind, ist mir unbekannt. ...

    Nach der Wiedervereinigung, im Jahr 1994, fanden Berliner Ethnologen und Sammler die Bilder in der sogenannten Plankammer des Neuen Palastes in Sanssouci. Wegen des unerwarteten Interesses wurden die Bilder dann zusammen mit vielen anderen Exponaten aus dem Ethnologischen Museum in Berlin und aus dem Besitz der Familie Möllhausen in einer Ausstellung mit dem Titel "Ein Preuße bei den Indianern" vom 28. Mai bis 23. Juli 1995 in den Römischen Bädern (Sanssouci, Potsdam) der Öffentlichkeit vorgestellt.

Abgedruckt in:

    Balduin Möllhausen (1825-1905). Ein Preusse bei den Indianern. Aquarelle für Friedrich Wilhelm IV. Stiftung Preussische Schlösser und Gärten. Berlin-Brandenburg. 1995.
    (Ausstellungskatalog)

Texte:

    Der Schatz von Quivira.- Berlin: Otto Janke. 1880
    Neuausgabe: München: ABLIT Verlag. 2000.:


    ... Auf dem 35 N. B., wo die Rocky-Mountains denselben von Norden nach Süden durchschneiden, und etwa zehn englische Meilen von der Sierra Madre, jenem tannenbewaldeten, von starren schwarzen Lavaströmen durchkreuzten Höhenzuge, welcher die dem atlantischen Ocean und der Südsee zuströmenden Wasser von einander scheidet, erhebt sich der Moro der Mexikaner, der Inschriften-Felsen der neueren Reisenden. Von Osten aus gesehen, wohin der gigantische massive Felsen seinen spitzwinkeligen Hauptausläufer entsendet, erscheint derselbe als ein bemauerter Thurm von den gewaltigsten Größenverhältnissen. Beim Näherrücken erkennt man eine von Osten nach Westen sich erstreckende Gesteinsmasse, deren Höhe etwa zweihundert Fuß, und deren Länge gegen tausend Schritte beträgt. Senkrecht aus dem Erdboden sich erhebend, möchte man sie aus geringer Entfernung noch für künstliches Gemäuer halten. Westlich steigt das ihn tragende Erdreich allmälig bis beinah zur Oberfläche des Moro an. Nadelhölzer schmücken die Abhänge der sich an die Felswände anlehnenden Erdwälle. Nur der östliche Theil tritt nackt aus dem Vegetationsmantel hervor, den Charakter des Gewaltigen erhöhend. ...
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